Bücher schreiben, drucken und lesen im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum

Am 3. und 4. August machten sich acht JULIUS- CLUB- Teilnehmer*innen auf eine Zeitreise in die Vergangenheit im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum (Stadt Wolfsburg – Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K) und erfuhren mehr über Hoffmann von Fallersleben und die damalige Schrift-, Papier- und Buchform.

1.Tag

Zuerst saßen wir alle ganz gemütlich im Kaminzimmer und die Organisatorinnen Gundula Zahr und die FSJlerin Hannah Steigmeier begrüßten uns herzlich und boten uns gleich das Du an.

Es wurde abgefragt, wer schon mal im Hoffmann- von- Fallersleben- Museum zu Besuch war. Tatsächlich waren einige Kinder mit der Schulklasse oder mit ihren Eltern im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum gewesen.

„Was erwartet ihr in den zwei Tagen?“, fragte Gundula.

„Dass wir mit Federn schreiben dürfen!“ war die Antwort und eine Teilnehmerin hat sogar schon mal mit einer Feder geschrieben.

Im Anschluss folgte ein kleines Kennenlernspiel und dann gab es eine spannende und interessante Führung durch das Museum. Das Museum wurde so aufgebaut, dass es auch für Jugendliche interessant sein sollte.

Hoffmann von Fallersleben wurde am 2.4.1798 in Fallersleben geboren. Sein Vater war Gastwirt und Bürgermeister von Fallersleben.

Gundula und Hannah war es sehr wichtig, uns allen die Geschichte von Hoffmann von Fallersleben näherzubringen. Wie er aufgewachsen war, wie seine Großmutter ihm immer Rosinen für die Schule mitgab, sein Talent fürs Schreiben und Dichten und wie er durchs Lesen Einblicke in die Politik bekommen hatte. Bis er schließlich die spätere deutsche Nationalhymne, das „Lied der Deutschen“ schrieb.  Mit Enthusiasmus und viel Wissen führten uns Gundula und Hannah von Raum zu Raum und nach jedem Raum verteilte Hannah Postkarten als Erinnerungsstücke an die Kinder.

Über das Lebenswerk von Hoffmann von Fallersleben hatten wir viel erfahren und die Teilnehmer*innen wussten schon Einiges von der damaligen Zeit. Es gab Bilder, Monitore oder Druckknöpfe im Museum, die man bedienen konnte. Man sah, wie sich die Schrift und auch das Schreibmaterial im Laufe der Zeit verändert hat. Das Besondere war, dass Hoffmann von Fallersleben nicht nur Gedichte und Lieder für Erwachsene schrieb, sondern auch für Kinder z.B. „Alle Vögel sind schon da“. Viele hundert Kinderlieder stammen aus seiner Feder.

Zu seinen Freunden gehörten auch die Brüder Grimm, die viele Märchen geschrieben haben. Bei seiner Beerdigung waren über 4000 Leute dabei. Die Führung durch das Museum war sehr interessant.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter im Programm.

Der Plan war, dass wir in den zwei Tagen selbst Papier herstellten. Dafür stellten wir am ersten Tag den Teig her. Dazu wurden Tücher von der Küchenrolle in kleine Stücke gerissen und in eine Wanne gelegt. Dazu kam heißes Wasser und mit dem Rührgerät wurde es verquirlt. Nun musste der Teig über Nacht ruhen.

Währenddessen konnten wir uns nun alle kreativ ausleben, im kühlen Keller des Museums.

Die Teilnehmer*innen konnten selbst bei den verschiedenen Stationen aktiv werden. Z.B. beim Drucken konnten sie Stempel aus Moosgummi machen und verschiedene Stempel ausprobieren z.B. Kartoffeldruck oder Buchstaben. Beim Schreiben konnten sie mit Tinte schreiben, verschiedene (alte) Schriftarten ausprobieren oder Federn anspitzen, Buchstaben oder Gedichte abschreiben. Sie konnten aber auch einen eigenen Buchdeckel oder Lesezeichen selber herstellen.

2.Tag

Eine Teilnehmerin hatte sogar ihre eigene Feder zum Schreiben mitgebracht und konnte schon gut mit Feder und Tinte umgehen.

Dann gab es einen kleinen Rundgang durch die Altstadt von Fallersleben. Gundula wollte uns die Umgebung in der Hoffman von Fallersleben aufgewachsen ist, näherbringen.

Wir hatten von außen das Hoffmannshaus gesehen, wo Hoffmann aufgewachsen ist. Früher und auch heute befindet sich dort eine Gaststätte. Früher war Hoffmanns Vater Wirt der Gaststätte. Die alte Schrift an dem Haus konnten einige Teilnehmer*innen gut lesen.

Während des Rundgangs erzählte uns Gundula unter anderem, dass Hoffmann von Fallersleben auch plattdeutsch sprach. Eine nette, ältere Passantin, die zufällig mit ihrem Ehemann unterwegs war, erzählte uns auf Platt „ Dat Wedder is mi vondaag veel to heet.“

Keiner der Teilnehmer*innen konnte diesen Satz übersetzen. Die ältere Frau übersetzte für uns: „Das Wetter ist mir heute viel zu heiß.“

Der Rundgang war nach einer Stunde beendet und für alle sehr interessant gewesen.

Danach hatten die Teilnehmer*innen an ihren Stationen weitergemacht oder neue Sachen angefangen.

Währenddessen konnten immer zwei Teilnehmer*innen ihr Papier herstellen. Der Teig wurde mit einem Schöpfsieb, was ein wichtiges Werkzeug zum Papierschöpfen ist, abgeschöpft. Anschließend legte man das Papier zum Trocknen in die Sonne. Als es trocken war, konnten die Teilnehmer*innen es noch verschönern. Am Ende hatte jeder sein eigenes kreatives Werk fertiggestellt.

Auch in den Pausen haben die Kinder zusammengespielt und hatten Spaß und wollen weiter in Kontakt bleiben.

Auch zwei tolle JULIUS-CLUB- Tage mussten irgendwann leider zu Ende gehen. Die Kinder hatten viel gelernt und hatten Spaß daran. Alle Beteiligten waren zufrieden und man würde es gerne nächstes Jahr noch mal machen wollen.

Es waren zwei erfolgreiche Tage und wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitarbeiter*innen des Hoffmann-von-Fallersleben-Museums für die Organisation.

Merle K und JR

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