Der JULIUS-CLUB entdeckt den Wolfsburger Stadtwald

Im Sommerleseclub JULIUS-CLUB der Stadtbibliothek Wolfsburg brachen am 25. Juli fünf Jungs und fünf Mädchen zwischen 10-14 Jahren auf, um den Wolfsburger Stadtwald zu erkunden und kennenzulernen. Ihre Waldführerin, die Waldpädagogin Frau Tersch, welche sich als ‚Gundi‘ vorstellte, berichtete schnell frohe Kunde: 6 Grad kühler sollte es im Wald sein, was bei den 30 Grad Celsius eine erheiternde Botschaft war.


Begonnen wurde die Runde mit einigen Vorstellungsspielen und dem Lieblingsduft eines beheimateten Waldtieres. Baldrian – welche Katze liebt diesen Geruch nicht? So auch die Waldkatze, wie Gundi erzählte.


Auch mit spannenden Fakten über Wölfe begeisterte sie die Kinder. Gespannt hörte jedes Ohrenpaar zu. Mit dem Fangspiel ‚Wolf fängt Reh‘ wurde das Jagdverhalten spielerisch beigebracht, wo jeder ‚Wolf‘ ein Reh fangen musste und somit weiterjagen durfte. Hier zeigten sich bereits neue Freundschaften: die Kinder lachten und unterhielten sich in der Pause, lernten sich allesamt kennen. Lachen erhellte die Baumwipfel.


Auf einer Lichtung durften die Kinder sich dann als Jäger prüfen. Mit selbstgemachten Bögen durften sie einige Pfeile durch die Luft jagen und ihr Können unter Beweis stellen, wobei einige bereits Erfahrungen zu haben schienen.

Weiter führte uns Gundi in den Stadtwald, wo sie uns die ‚Chinesenbärte‘ einer Kastanie näherbrachte. Chinesenbärte sind dunkle Spuren in der Rinde, welche lange abgestorbene Äste hinterlassen haben .
Weiter ging es zu Brennnesseln, welche anzeigen, dass sich im Boden viel Stickstoff aufhält. Die Samen als auch die obersten kleinen Blätter kann man direkt essen. Die Blätter faltet man ganz einfach zu einem Päckchen zusammen, drückt sie zwischen Zeigefinger und Daumen zusammen und schon hat man ein kleines Paket zum Verdauen.


Frisch gestärkt ging es weiter zu einem alten, scheinbar toten Baum, wo jedoch ein Waldkauz drin hauste. Gundi berichtete, dass es 2005/2007 regelmäßige Sichtungen des Tieres gab.  Dann siedelte sich über die Jahre ein neuer Waldkauz an, welcher jedoch sehr scheu und eher in der Dämmerung oder der Dunkelheit zu sehen ist, um sich vor anderen Raubvögeln zu schützen.
 

Während andere Kinder noch versuchten, das scheue Tier zu sehen, entdeckten andere eine Feder, welche nicht aussah, als sei sie von einer Taube oder einem anderen Stadtvogel!

Wie uns das schlaue Vogelartenbuch berichtete, war es ein Grünspecht! Das anschließende Spiel von Gundi zeigte, dass sich der Grünspecht am liebsten von Ameisen ernährt, welche jedoch ein brennendes Sekret abgeben, das Feinde fernhalten soll. Im Spiel mussten die Kinder als Grünspecht an einer ‚Ameise‘ vorbei, ohne jedoch von dem brennenden Sekret (hier Wasser) getroffen zu werden.

Als alle Kinder den Weg fortsetzten, erweckte ein kleiner Braunfrosch die Aufmerksamkeit, welcher sich auf einem einzelnen Matschplateau niederließ.

Der nächste Stopp war inmitten von den Geräuschen des Waldes, wo keinerlei Stadtgeräusche durchdrangen. Doch ein ‚Elektrozaun‘ aus Seilen sollte die Geschicklichkeit und die Teamfähigkeit im Spiel unter Beweis stellen, woraufhin alle Kinder mit lautem Jubel auf der anderen Seite ankamen.

Der Kaiserstuhl bot sich als nächster Stopp an, wobei eine Wasserschlacht nicht fehlen durfte. Ein begeistertes Jubeln von der Spitze der Gruppe: ein Fuchs! Doch es handelte sich letztendlich um die Haut eines längst verstorbenen Fuchses und weitere Präparate wie ein Wildschwein – und Hirschbein, einen Rehbockschädel, einen Waschbärpelz, einen ausgestopften kleinen Marder sowie eine ausgestopfte Wildkatze.


Die Kinder begutachteten die verschiedenen Dinge neugierig und ohne Scheu, wobei sogar die Wildkatze ihren Namen von Kasimir zu Lucky wechselte. Lucky folgte uns bis zum Ende hin.

Einige Zeit verstrich, die Kinder trugen Lucky mit Begeisterung voran, bis wir zum Waldkindergarten gelangten. Ein Kreis aus Holzblöcken lud auf eine Pause ein, wobei Lucky die Mitte des Kreises zierte.

Hier begann dann das Rätseln um die Abdrücke verschiedener Tiere. Waren dies Pfoten eines Hundes? Einer Maus? Oder doch von anderen Tieren? Drei Größen waren vertreten: Die Größe eines Daumens bis zu einer Erwachsenenhand. Wobei es sich um eine Wildkatze, einen Dachs sowie einen Wolfsabdruck handelte. Jedes Kind durfte daraufhin den ganz eigenen Abdruck in Ton verewigen, was auch begeistert angenommen wurde. 

Unten bei den drei Steinen war dann Zeit, um die letzte überschüssige Energie loszuwerden. Mit Fangen und Verstecken kletterten sie auf die Felsen, versteckten sich und konnten dann müde und ausgelaugt den Heimweg antreten. Die Eltern warteten bei unserer Ankunft bereits auf ihre Schützlinge und lachten bei den regen Erzählungen über die vergangen Stunden.

Fox

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